Die meisten dieser Radikal-Diäten beachten jedoch kaum die ernährungsphysiologischen Grundlagen eines gesunden Essverhaltens und funktionieren oft nur kurzfristig, wenn überhaupt. Auf lange Sicht bleiben sie und ihre oftmals hoch gelobten Resultate jedoch auf der Strecke. Ebenso sind Diäten, die in kürzester Zeit zum Traumkörper führen sollen, weder empfehlenswert noch gesund. In den schlimmsten Fällen können solche Radikal-Diäten gefährliche sowie lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen.
Wir möchten im Diät-Dschungel Abhilfe schaffen, durch diesen Ernährungsteil über die gängigsten Diätarten aufklären und auf die jeweiligen Vor- sowie Nachteile hinweisen. Es gibt unzählige Diätarten und Ernährungskonzepte, alle hier zu erläutern, würde den Rahmen sprengen. Deshalb behandelt dieser Teil nur die bekanntesten Diätformen.
Die qualitative, langsame und konstante Muskelzunahme sollte deshalb in der Aufbau-Diät stets im Vordergrund stehen. Dies ist nicht nur aus ästhetischer, sondern vor allem aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert. Die Gewichtszunahme sollte deshalb zwischen 300 bis 700 g pro Woche liegen und ein Maximum von 1 kg nicht überschreiten.
Fünf gleichmäßig über den Tag verteilte Mahlzeiten stellen in der Aufbau-Diät die Ernährungsgrundlage dar. Dadurch wird eine konstante und gleichmäßig verlaufende Insulinausschüttung gewährleistet. Ziel ist die optimale Ausnutzung der anabolen Eigenschaften des Insulins für den Muskelaufbau, bei gleichzeitiger Vermeidung der fettspeichernden Nachteile einer zu umfangreichen Mahlzeit und damit einhergehenden starken Insulinproduktion. Die Nährstoffzusammensetzung sollte aus folgenden Anteilen bestehen:
30 % EIWEIS
20 % FETT
Laut der Anabolen Diät ist die Kohlenhydratreduktion durch die Erhöhung des Protein- und vor allem Fettanteils der Nahrung zu kompensieren. Und genau hier fangen die meisten Probleme an, da die hohe Fettaufnahme die Verdauungsfunktion beeinträchtigen kann, was nicht selten zu Magen-Darm-Problemen führt.
Durch die einseitige Ernährung sowie dem völligen Verzicht auf Obst und Gemüse kommt es sehr häufig zu einem Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Lediglich in den letzten beiden Wochen der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung besitzt die Anabole Diät Vorteile. In dieser Phase geht es um die gezielte Manipulation der Nährstoff- und Flüssigkeitsbilanz. Zuerst werden Kohlenhydrate für ca. 7 bis 10 Tage auf bis zu 0 g pro Tag reduziert, um diese im Nachhinein als Überangebot wieder zuzuführen. Durch diese Superkompensation soll eine möglichst fett- und wasserfreie sowie mit Glykogen gefüllte Muskulatur erreicht werden, was bei einem planmäßigen Ablauf in der Praxis erstaunlich gut funktioniert.
Die empfohlene Menge fällt jedoch gering aus, wobei kohlenhydrahaltige Nahrungsmittel vorwiegend im Laufe des Vormittags verzehrt werden sollten. In der vierten Ebene der LOGI-Ernährung kommen Kohlenhydrate in Form von Getreideprodukten aus Weißmehl und Süßigkeiten vor. Diese sollten jedoch nur in geringen Mengen verzehrt oder nach Möglichkeit ganz darauf verzichtet werden. Die Nährstoffverteilung der LOGI-Diät gestaltet sich folgendermaßen:
30 % EIWEIS
30 % FETT
10-15 % EIWEIS
30 % FETT
Dieser Flüssigkeitsverlust wird jedoch relativ schnell wieder ausgeglichen, weshalb die Freude über die vermeintliche Gewichtsreduktion durch die Enttäuschung der erneuten Gewichtszunahme abgelöst wird. Deshalb Finger weg von solchen einseitigen Diäten!
35 % KOHLENHYDRATE
50 % EIWEIS
15 % FETT
TRAININGSFREIER TAG
15 % KOHLENHYDRATE
50 % EIWEIS
35 % FETT
Die Schwächen der Metabolen Diät werden durch die im nächsten Teil beschriebene Pendeldiät gelöst. Nicht zuletzt deshalb gilt die Pendeldiät als die effektivste aller Diätformen, womit die anfangs gestellte Frage beantwortet ist und an dieser Stelle auf den nächsten Teil verwiesen wird.
Dipl.-Hdl. Andreas Frey (Inhaber & GF FREY Nutrition®, IST-Dozent, SR-Kolumnist, NAC-Juror, Ernährungsberater, 3-facher Weltmeister & Mr. Universe)

